Der Biber 5 ist mittlerweile ein Klassiker. 1984 vom Familienbetrieb Eschlböck entwickelt, leitete er für zahllose Holzwirtschaftsbetriebe in Bayern und Österreich den Epochenwechsel vom herkömmlichen Schaufelholz zum Feinhackgut ein. Bis 2014 fertigte und verkaufte Eschlböck mehr als 1.700 Exemplare des Scheibenradhackers.
Heute produziert das Unternehmen unter dem Markennamen Biber für eine internationale Kundschaft ein komplettes Programm von Holzhäckslern. Dabei setzt es vollständig auf eigenes Know-how: Am Unternehmenssitz in Prambachkirchen werden die verschiedenen Holzhackmaschinen sowohl konstruiert als auch gefertigt, Verkauf und Montage erledigt der Hersteller ebenfalls in Eigenregie. Als Variantenfertiger befindet sich das Unternehmen in einem Spannungsfeld zwischen Kleinserien- und Auftragsfertigung: Gewisse Komponenten der Biber sind gleich, andere individuell, und es gibt laufend Verbesserungen, die in alle Modelle einfließen.
PRO.FILE als zentrales Verwaltungssystem
CAD-Daten und Stücklisten aus Autodesk Inventor wurden bislang zentral auf einem Laufwerk abgelegt. Das Problem dabei: Teile werden oft in unterschiedlichen Baugruppen verbaut, und diese Struktur ist im File-System so detailliert nicht darstellbar. Deshalb legte jeder Beschäftigte in der Konstruktionsabteilung die Zeichnungsdaten für seine Projekte zusätzlich auf seinem eigenen Laufwerk ab. Ein schneller, zentraler Überblick über die Informationen zu allen Projekten war auf diese Weise nur schwer möglich.
„Dafür braucht man ein zentrales Zeichnungsverwaltungssystem für Produktinformationen, Datenblätter, Zukaufteile, auf das Montage, Fertigung und bei Bedarf weitere Abteilungen parallel zugreifen können", erklärt Reinhard Eschlböck, technischer Leiter und Sohn von Firmeninhaber und Geschäftsführer Rudolf Eschlböck. Bei trisoft wurde die Unternehmensleitung mit der PLM-Lösung PRO.FILE fündig. „Unsere Überlegung war es, mit der PLM-Lösung aus den Dokumenten die Teileinformationen herauszufiltern und mit diesen Daten später weiter den Gang in Richtung ERP zu gehen." Bewusst wurde die Einführung der ERP-Lösung PSIpenta, die mittlerweile produktiv läuft, zurückgestellt und zunächst das Thema PLM angegangen.
PLM ebnet den Weg in Richtung ERP
Die Möglichkeit, CAD-Daten mit den Bordmitteln von Autodesk Inventor zu verwalten, wurde zunächst eruiert, dann jedoch wieder verworfen, da der CAD-Partner nicht in der Lage war, hierbei technisch entsprechend zu unterstützen.
Durch die strukturierte Ablage der kompletten Zeichnungsinformationen in PRO.FILE sehen die Konstrukteure genau, welche Auswirkungen es auf andere Teile hat, wenn sie an einer Komponente Verbesserungen vornehmen. Man kann den gesamten Versionsbaum betrachten und wird dadurch auf etwaige spätere Probleme bereits in der Konstruktionsphase aufmerksam gemacht.
Alle drei Systeme - Autodesk Inventor, PRO.FILE und PSIpenta - arbeiten integrativ zusammen, mit dem PLM-System als Schaltstelle und führendem System. Zeichnungen werden in Autodesk Inventor erstellt und die CAD-Daten von dort frühzeitig automatisch in der PLM-Lösung abgespeichert. Während der Konstruktionsphase und der damit verbundenen Workflows verbleiben sie nur in PRO.FILE. Ist die Konstruktion abgeschlossen, folgt ein Prüfprozess im Vieraugenprinzip. Über die Schnittstelle zu PSIpenta werden die Stücklisten anschließend im ERP-System angelegt beziehungsweise angepasst; aus diesen Grunddaten erstellt die Fertigung dann ihre Fertigungsaufträge.
Automatische Eingangsrechnungsverarbeitung
„Ich bin ein Freund kleiner Zyklen", sagt Reinhard Eschlböck. „Man probiert IT-technisch etwas aus, lässt es rasch durch die Anwender in der Praxis prüfen und kann mit dem dort gewonnenen Feedback dann weiter an neuen Lösungen oder Komponenten arbeiten. trisoft ist ein Partner, mit dem wir solche Anforderungen sehr gut umsetzen können."
Zum Beispiel die automatische Eingangsrechnungsverarbeitung: Per Post oder E-Mail eingehende Rechnungen werden eingescannt und an die PLM-Software übergeben, in der trisoft die erforderlichen Prüf- und Freigabeprozesse sowie den anschließenden Import in die Zahlungssysteme implementiert hat. Über eine Schnittstelle zum ERP-System können auch bestellbezogene Rechnungen mit den Bestellungen im ERP gleich automatisch abgeglichen werden.
Während anfangs nur die Konstruktionsabteilung mit PRO.FILE arbeitete, sind im Laufe der Zeit weitere Bereiche hinzugekommen: zunächst die Fertigung, die dadurch ebenfalls auf Zeichnungen zugreift, anschließend der Einkauf, der im System kaufmännische Daten zu den Bauteilen pflegt. So ist PRO.FILE von einem ursprünglich für rein technische Dokumente konzipierten System zu einer zentralen Ablage für alle Arten von Dokumenten aus verschiedenen Unternehmensbereichen geworden.
Über Eschlböck
Seit Generationen stehen Erfindungen und Innovationen bei Eschlböck im Dienste der Landwirtschaft. Ein Landwirtssohn aus der Ortschaft Eschlbach, Gemeinde Prambachkirchen, gründete 1956 einen Betrieb zur Entwicklung und Erzeugung von Landmaschinen. Ein Ladewagen mit Momententladung wurde das erfolgreichste Patent des Firmengründers Kommerzialrat Rudolf Eschlböck († 2014), die ersten Holzhackmaschinen erzeugte das Unternehmen 1978. Mittlerweile leiten die zweite und dritte Generation Hand in Hand im Familienbetrieb.