Das Unternehmen verwaltet Stücklisten und CAD-Daten aus der Konstruktion schon seit einigen Jahren mit einer Software für Product Lifecycle Management. Technischer Partner ist trisoft, die das System PRO.FILE des Karlsruher Anbieters PROCAD bei Bauer installiert hat und zugleich die Abstimmung zwischen Anwendern, Prozessen und Produkten übernahm.
Digitalisierung über fünf Kontinente
Digitalisierung ist längst auch für Bauer ein wichtiges Thema - gerade, wenn man als weltweiter Technologieführer mit Tochterunternehmen und Vertriebsgesellschaften auf allen fünf Kontinenten vertreten ist. Denn je mehr Informationen digital und zentral vorliegen, desto höher ist die Transparenz, desto besser können Daten und Dokumente geteilt werden. Und desto fließender gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Konzernbereichen und Beschäftigten, auch wenn diese gar nicht am selben Ort sitzen.
Dabei geht es nicht mehr ausschließlich um rein technische CAD-Modelle und -Zeichnungen, sondern um alle Unterlagen, die im Zusammenhang mit der Konstruktion und Fertigung einer Anlage stehen: Patente, Eingangsrechnungen, E-Mails, Verträge, allgemeine kaufmännische Dokumente, dazu das Vorlagenmanagement nach ISO. Als österreichisches Competence Center für PRO.FILE kann trisoft mit seiner PLM-Lösung genau diese Vielfalt darstellen: PRO.FILE deckt alle Funktionen eines Dokumentenmanagementsystems ab und sorgt für die Aufbewahrung, Zusammenführung und Archivierung technischer Daten und Unterlagen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.
„Es kam uns darauf an, Dokumentenmanagement und Produktdatenmanagement in einer Anwendung firmenübergreifend zu verbinden", erklärt Christian Bucher, IT-Leiter bei der Röhren- und Pumpenwerk Bauer GmbH. „Mit PRO.FILE haben wir das für uns richtige System gefunden und mit trisoft einen verlässlichen Partner für eine erfolgreiche Implementierung."
Effizienzsteigerung um bis zu 77 Prozent
So hat der Anlagenbauer mit der PLM-/DMS-Lösung eine abteilungsübergreifende Dokumentenablage und Belegarchivierung realisiert, und zwar für sämtliche Belege: Ein- und Ausgangsrechnungen, Frachtdokumente und mehr. Die zentrale Ablage deckte rasch gleichartige und doppelte Artikel auf, die somit eliminiert werden konnten.
trisoft hat für Bauer ferner eine parametergesteuerte Artikelsuche eingerichtet. Ist ein gesuchter Artikel nicht auffindbar oder nicht vorrätig, schlägt PRO.FILE automatisch ähnliche Teile vor. Die Effizienzsteigerung durch die zentrale Ablage ist gerade für die Konstruktionsabteilungen enorm: Dank der nun leichten Auffindbarkeit aller relevanten Informationen und Daten hat sich die Konstruktionszeit in einigen Bereichen um bis zu 77 Prozent reduziert.
Einheitliche Dokumente erstellt Bauer durch ein neues Vorlagenmanagement. Sämtliche Vorlagen werden an zentraler Stelle verwaltet, Zugriffsrechte und ein hinterlegter Workflow bestimmen, wer sie bearbeiten darf und wer sie freigeben muss. Durch Versionierung können alle Änderungen nachvollzogen werden, und für den Anwender ist deutlich erkennbar, welche Vorlage die aktuell gültige ist.
Änderungsmanagement: Nachvollziehbarkeit von Ursache und Wirkung
Basierend auf der zentralen Dokumentenablage starten bei dem Anlagenbauer integrierte Prüf- und Freigabeprozesse. Im Falle von Rechnungen enden diese in einer automatisierten Verbuchung im ERP- und Buchhaltungssystem. Workflowtechniken zur Prozessgestaltung, Vorlagen, fertige Arbeitsabläufe, Cockpits, Reports und Menüs zur Bedienung, Überwachung und Steuerung von Prozessen verdichten sich bei PRO.FILE in vorkonfigurierten Anwendungspaketen.
Aufbauend auf den Produktdaten, Dokumenten und Prozesssteuerungsinformationen standardisiert das Paket „Änderungsmanagement" den Änderungsprozess, automatisiert die Dokumentation, formalisiert den Entscheidungsprozess und stellt Prozesstransparenz sicher - Ursache und Wirkung werden nachvollziehbar. Bei Terminabweichungen greift ein integriertes Eskalationsmodell. Der aktuelle Status einer Änderung ist über ein Cockpit einsehbar, Dokumentation und Änderungsbericht (Engineering Change Notification) werden automatisch erstellt. Dadurch können Projektbeteiligte auch Durchlaufzeiten und Reaktionszeiten überwachen.
Synchronisation von Stücklisten
Um Produktionsprozesse im Maschinen- und Anlagenbau möglichst fehlerfrei zu gestalten, sollten Stücklisten im ERP-System die gleiche Struktur aufweisen wie im CAD-/PLM-Umfeld. Beide IT-Systeme müssen also synchronisiert werden. Dies übernimmt die PLM-Software, indem sie Stücklisten automatisch vom CAD/PLM ans ERP übergibt. Artikel und Stücklisten im ERP werden dadurch prozessgesteuert und automatisch angelegt sowie permanent aktualisiert.